Halbzeit

Natürlich verfolge ich die Fußball-Weltmeisterschaft und freue mich, wenn die Österreicher ein Spiel gewinnen. Auch wenn ich mich nicht wirklich auskenne — die Abseits-Regel  beispielsweise habe ich bis heute nicht kapiert. Nein, stimmt so nicht: Theoretisch verstehe ich schon, dass ein Spieler falsch steht und daher das Tor nicht zählt, aber ich sehe das nie! So viele Fußballspiele, dass sich mein Blick dafür schärft, schaue ich mir dann doch nicht an … Aber hier geht’s nicht um Fußball, sondern um die Schnelllebigkeit der Zeit.

Ich kann es gar nicht glauben …

… dass das Jahr 2026 schon zur Hälfte vorbei ist! Woran liegt es eigentlich, dass die Zeit so schnell vergeht? Viel ist geschehen in diesem ersten halben Jahr, viel habe ich mir für die zweite Hälfte vorgenommen.

Zur Halbzeit …

… winkt auch schon das Jahr 2027 ganz vorsichtig herüber. Ja, du hast richtig gelesen! Das heißt, dass ich bereits mitten in der Planung der Veranstaltungen für 2027 stecke. Da stehen nicht nur meine eigenen Lesungen und Buchpräsentationen an, sondern auch ein Gemeinschaftsprojekt, das wirklich toll wird! Pssst, noch geheim! Mehr verrate ich heute nicht … Neugierig? Bald erfährst du mehr hier auf meinem Blog. Bleib neugierig …

Ich verabschiede mich …

… mit einer märchenhaften Sommergeschichte da, die vom „Elfenfest im Garten“ erzählt:

*****

Elfenfest im Garten

Es war einmal ein verwunschener Garten mit uralten Bäumen, dichten Sträuchern und bunten Blumen. Unter tiefhängenden Trauerweiden verbarg sich ein kleiner dunkler See, das Reich einer Wassernixe. Wenn der Vollmond die Wasseroberfläche versilberte, kam sie ans Ufer, um mit den Feen und Elfen, die in den Bäumen und Blumen wohnten, zu plaudern. Da der nächste Vollmond und die Mittsommernacht zusammenfallen würden, beschlossen die Zauberwesen, ein Fest zu feiern. Die Elfenkönigin versprach, die Tiere des Gartens um Unterstützung zu bitten

Gudrun Winkelhofer sommergeschichte

Sie trafen sich bei Einbruch der Dunkelheit am See. Die Libellen und Nachtfalter übernahmen den Taxidienst für die ganz kleinen und für die alten Elfen und Feen, die zu schwach waren, um selber zu fliegen, die Glühwürmchen waren für die Festbeleuchtung zuständig, die Eulen sorgten für die Sicherheit, die Grillen und die Zikaden machten Musik und die Nachtigall sang ihre schönsten Lieder. Das Buffet war auf Seerosenblättern angerichtet — es gab Walderdbeerbowle, Kräuterwein, Nektartropfen in Weingelee, Gänseblümchenblütensalat, gefüllte Rosenblätter, gebratenen Salbei und als Nachtisch den Honig, den die Bienen beigesteuert hatten. Und Kirschen, frisch vom Baum.

Gudrun Winkelhofer
Gudrun Winkelhofer Walderdbeere

Es war ein fröhliches Fest. Die Elfen und Feen und die Wassernixe berauschten sich an der Bowle und am Wein, sie plauderten, lachten und tanzten zur Musik der Grillen und Zikaden. Für die Mitternachtseinlage hatte sich die Elfenkönigin eine Überraschung einfallen lassen: Das Mäuseballett  des Gartens tanzte die Sommerquadrille, und danach gab der Igelclown seine Kunststücke und Späße zum Besten. Sie alle lachten und waren fröhlich, bis das Morgenrot den Himmel blutrot färbte. Als die ersten Sonnenstrahlen hervorbrachen, verschwand die Wassernixe wieder in der Tiefe des Sees, die Elfen und Feen flogen in ihre Blumen und Bäume und die, die selber nicht fliegen konnten oder mochten, schwangen sich auf die Rücken der Libellen und Falter, um sich nach Hause bringen zu lassen. Die Grillen- und Zikadenband spielte ein Abschiedslied, die Glühwürmchen knipsten die Beleuchtung aus, die Nachtigall, die Mäuse und der Igel gingen schlafen und auch die Eulen, die das Fest bewacht hatten, zogen sich in ihre Baumhöhlen zurück. Die Amseln, Meisen und Spatzen begrüßten den neuen Tag mit ihren Liedern, die Sonne vergoldete die Wasseroberfläche, die Glockenblumen schaukelten im Morgenwind. Der Garten war so friedlich, als hätte das bunte Treiben nicht stattgefunden. Nur die Ameisen, die die Reste des Honigs vertilgten, erzählten sich von dem Fest.

Gudrun Winkelhofer Libelle

*****

Ich wünsche dir einen wunderbaren Sommer und zauberhafte Begegnungen — vielleicht sogar mit ein paar Elfen und Feen …

Deine Gudrun Winklhofer